25 Januar 2016

25. januar 2016

... nur noch drei tage. dann habe ich den letzten tag in meiner jetzigen praktikumsstelle. einerseits sehne ich diesen tag seit wochen herbei. doch andererseits werde ich diese kinder sehr vermissen. zumindest die meisten. vor allem meine erste klasse, welche ich nun zehn wochen durchgehend im gesamten vormittag begleitet habe. das sind so bezaubernde kinder und in vielen momenten könnte ich einfach platzen vor glück und liebe zu diesen zauberwesen. doch im gegenzug muss ich mir ganz ehrlich eingestehen, dass dieses praktikum mir sehr viel abverlangt hat und ich mich gerade unsicherer denn je fühle. ich merke gerade, dass diese zehn wochen mein emotionales wohlbefinden und meine stabilität ganz schön zum einsturz gebracht hat. ich habe um ehrlich zu sein sogar ziemliche angst davor, dass es mich auch zukünftig noch belasten könnte.
zu erst habe ich das gar nicht so wahr genommen. war gefangen im alltag und dabei, alles zu erfassen und kennenzulernen. schließlich will man keine fehler machen und gefallen. zumindest ich. woher kommt nur dieser drang nach kontrolle und perfektionismus in mir? was war der ausschlaggebende punkt in meinem leben, dass ich nun diese fäden so fest in meiner hand halten möchte und sie kaum bis gar nicht lockern kann?
mit der zeit habe ich gelernt, etwas lockerer zu werden. etwas entspannter an diese ganze sache heran zu gehen und habe gesehen, dass niemand mir etwas böses möchte und diesem team vertrauen kann. ich mich diesen leuten gegenüber öffnen kann. zumindest ein bisschen.
naja, um zum punkt zurück zu kommen. mit der zeit bin ich ein wenig angekommen. habe die kinder besser kennengelernt und musste leider feststellen, dass nicht immer alles rosarot und super ist. ok. das wusste ich schon zuvor. doch wenn ein kind im unterricht sitzt und nichts macht, sich komplett verweigert und von seiner mutter erzählt, die ihn hat sitzen lassen für einen mann, welcher im gefängnis sitzt und er nun von papa immer gehauen wird, wenn er die hausaufgaben nicht schafft und damit droht, sich umzubringen, wenn papa ihn noch einmal schlägt... ja, was tust du dann? diesem kind zu hören. mit ihm reden. ihm zu verstehen geben, dass das nicht in ordnung ist. ihm zumindest in der schule einen möglichst angenehmen tag verschaffen. und es an die lehrkraft weiter geben, damit die sich um die restlichen sachen kümmern kann. denn ich als praktikantin kann da nicht viel machen. zumindest fühle ich mich sehr machtlos...

und gerade fühle ich mich wieder einmal sehr einsam. sehr klein. sehr auf mich selbst gestellt und komplett zubrechlich. eine einzige kleinigkeit. eine einzige geste oder mimik. die kleinste kleinigkeit würde mich gerade zum fall bringen... ich weiß um ehrlich zu sein nicht, wie lange ich diese schrecklichen stimmungsschwankungen und emotionalen zusammenbrüche noch überlebe. ich fühle mich so kraftlos und am ende.

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