26 Oktober 2016

irgendwie habe ich das gefühl, dass mir die letzten wochen und monate unendlich viel kraft und energie geraubt haben.
ich habe mir diesen freien tag heute gegönnt und dennoch wurde ich durch meine innere uhr um halb acht geweckt. so wie es normalerweise jeden morgen mein wecker tut. ich schlief also wieder ein, weil ich die nacht davor kurz war und diese trotz einem tiefen und traumlosen schlaf irgendwie nur wenig erholung brachte.

und als ich meine augen wieder öffnete, waren da diese unheimlichen schmerzen. mein kopf fühlte sich an, als würde er gleich explodieren. mein nacken steife. und mein rücken fühlte sich an, wie der einer 80jährigen (zumindest empfand ich dies so). geplagt von gedanken an diesen seltsamen, total zusammenhangslosen und schmerzhaften traum. dieser traum, der so viele tiefpunkte mit sich brachte. ich schlug mich alleine durch eine fremde stadt, umgegen von gesichtslosen gestalten. immer wieder türmten sich irgendwelche herausforderungen vor mir auf. ich versuchte sie zu bewältigen. bis ich ein paar stunden später im regen stand. umgeben von völliger dunkelheit. und den menschen anrief, den ich besuchen wollte, um mich abzuholen. weil ich einfach nicht mehr konnte... und weil ich einfach am ende meiner kräfte war...
ich weiß nicht mehr alles von diesem traum. und ich brauchte gefühlt eine ewigkeit, um mich dazu zumotivieren, aufzustehen.

und jetzt sitze ich hier und werde von diesem traum überrant. diese gedanken bewegen sich so unendlich schnell und letztendlich sind es doch immer wieder die selben. die selben gedanken, die selben fragen, die selben zweifel... heute ist nicht mein tag. die letzten tage waren auch nicht so das wahre... und wenn ich ganz ehrlich bin, läuft es die letzten wochen und monate schon nicht gut.
aber vielleicht ist es in ordnung schlechte tagen oder gar phasen, die über monate anhalten, zu haben. vielleicht muss man das einfach akzeptieren. sich damit irgendwo anfreunden, um dort wieder herauszukommen. vielleicht sollte ich diesen fakt akzeptieren, um nicht immer wieder in selbstmitleid zu verfallen und an gedanken, a lá "du bist ein versager" und "du wirst nie einen platz in der arbeitswelt finden" zu zerbrechen.

es ist wahnsinnig anstrengend, sich selbst und seine gefühle so intensiv wahrzunehmen. ständig zwischen freude und trauer zu schwanken. zwischen "ich liebe alles und jeden und alles ist ok" und "ich hasse alles und will sterben". manchmal habe ich das gefühl, mein leben steht auf der kippe... die frage ist bloß, wohin es kippen wird und ob/wie ich darauf einfluss nehmen kann.

... vielleicht braucht ein leben einfach diesen widersprich. diese höhen und tiefen. vielleicht braucht es diese tiefen, um das glück und die freude bei den höhen schätzen zu lernen.

und vielleicht lässt mein kopf dieses "vielleicht" weg und kann diese ansichten als richtig einordnen.

06 Oktober 2016

"... das leben ist bitter und süß wie feigen. du musst runterkommen und dich
entscheiden zwischen hinterher rennen und gelassen - ich mein - unverkrampft die dinge kommen lassen. denn dein glück geht tanzen, dein glück kommt heim. dinge gehen - dinge bleiben. ist nicht gesund, kampf um kampf, weil du es grad nicht ändern kannst. das leben beißt, das leben küsst."

bosse - so oder so


und manchmal fehlen einen die worte. manchmal ist man nicht in der lage, seine gedanken und gefühle in worte zu fassen. man hat das gefühl, dass einen alles zu viel wird, hat tausend gedanken und ist dennoch nicht in der verfassung, diesen gedanken irgendwie ausdruck zu verleihen.
mein kopf erschlägt mich. mein körper resigniert. und auch wenn fast alles besser denn je läuft, plagen mich diese selbstzweifel. diese angst vor dem versagen. die angst davor, dass das alles nicht der richtige weg ist. die angst davor, fehler zu begehen. fehler, die so fatal sind, dass man sie nicht einfach mal eben wieder beseitigen kann. ein verlorener auto-, haustür- und garagenschlüssel sind da wohl das kleinste übel.
die tatsache, dass icht dauerhaft das gefühl habe, unerwünscht zu sein und irgendwie nicht dazuzugehören, macht mich wahnsinnig. aber vielleicht überinterpretiere ich das ganze gerade wieder einfach und ziehe es zu sehr auf die persönliche ebene, statt ganz neutral zu sehen, dass sie einfach nur erklältet ist und es ihr nicht gut geht und er eben eine hausnummer für sich ist und manchmal emotional über die stränge schlägt. das war beim letzten mal nichts anderes und da konnte ich relativ gut damit umgehen. also wieso jetzt nicht? wieso belastet mich das und weshalb mache ich mir sorgen? vielleicht weil es nun langsam auf ein ende zugeht? und ich mich leider immer noch nicht voll und ganz im berufsleben sehe? weil ich angst davor habe so viel verantwortung zu übernehmen... und gleichzeitig mich die angst vor dem versagen plagt. aber wahrscheinlich ist es letztlich tatsächlich einfach so, dass man nach einer ausbildung ins kalte wasser geschubst wird und sich solch eine sicherheit und eine verantwortungsgefühl im laufe der berufserfahrung festigt. 

gespräche beim frühstück, die mich nach der letzten zermürbenden nacht ins aus schießen. besser hätten die momente nicht aufeinander abgestimmt werden können.
zeltfest. friedrichsholm. - nein danke, furchtbare assoziationen. direkt nebenan wohnt die familie eines menschens, dem ich nie wieder über den weg laufen möchte. von einer sekunde auf die nächste spüre ich, wie es mir die lunge abschnürt und sich das gefühl von ekel und hilflosigkeit in mir ausbreitet...

und vielleicht habe ich diesem menschen ja doch nie verziehen... und vielleicht wünsche ich ihm alles schlechte auf dieser welt... und vielleicht würde ich ihn ein dolch ins herz rammen, wenn er mir nochmal über den weg läuft. so wie er es auch tat...
aber das leben geht ja schließlich weiter. auch wenn man das gefühl hat, nicht mehr weiter zu kommen, seit einer ewigkeit nur auf der einen stelle stehen zu bleiben und man das gefühl hat, dass die welt sich ohne einen selbst weiter dreht - irgendwann ist der zeitpuntk gekommen. der zeitpunkt, ab dem es besser wird. wobei, nein, es wird nicht besser ... es wird auch nicht einfacher. aber irgendwann gewöhnt man sich an dieses gefühl, welches nach eineinhalb jahren schrecklicher beziehung bleibt. man lernt irgednwie damit umzugehen und irgendwann ist es nur noch ein gefühl unter vielen. so wie freude. und trauer. wut. hass. liebe. enttäuschung. glück. irgendwann wird dieses gefühl als normal angesehen. so als wäre es schon immer in deinem leben gewesen. und es ist ok. es ist ok, weil man endlich wieder beginnt, ein leben zu führen. man steht auf, klettert voller zuversicht und hoffnung auf diesem dunklem loch hervor. jeder meter ist schwerlich und anstrengend. zerrt an den kräften. vor allem die seele leidet währenddessen. aber auch der körber wird übersehen von wunden. doch die wunden verblassen. letztlich bleiben nur narben zurück. narben die zeigen, dass man den weg aus dieser scheinbar ewig anhaltenden dunkelkeit geschafft hat.
und nun sitze ich hier. blicke auf meine narben. auf die narben, die du hinterlassen hast. und es ist ok. ich weine und spüre, dass es mich traurig macht. ich sauer bin. aber weißt du was das gute daran ist? es tut nicht mehr so weh. der bloße gedanke an dich wird immer noch von einem bitteren und fiesen beigeschmack begleitet. aber dieser beigeschmack ist mir deutlich lieber als das gefühl, dass du mir gleich mein herz aus der brust reißt.
denn glaub mir... mit all deinen worten, deinen berührungen, deinen taten hast du mich zerrissen. du hast mir mein herz und meine seele genommen. einfach so, brutal und ohne rücksicht auf verluste. du nahmst beides und hast es in tausend stücke zerissen... ich habe dir vertraut. sehr. und du hast es schamlos ausgenutzt...
und ja... ich hasse dich.  


"das leben beißt, das leben küsst"

... und dann traten menschen in mein leben, die ich schon viel früher hätte kennenlernen müssen. einfach um diesen erfahrungen, diesen demütigungen und diesem missbrauch meiner seele und meines herzens aus dem weg zu gehen. 
doch passiert nicht alles aus einem bestimmten grund? habe ich daran nicht immer geglaubt? die frage die sich mir bei diesen worten stellt - wieso passiert ausgerechnet mir so etwas? wieso musste ich dich kennenlernen?